Are You Experienced?


Ü50, 50+, BestAger, Erfahrungsträger

Jimi Hendrix dürfte den meisten dieser Altersklasse ein Begriff sein. Eigenartig. Bei diesem Thema fällt mir ausgerechnet Jimi Hendrix ein: ARE YOU EXPERIENCED? hieß sein DebütAlbum und es kam im Frühjahr 1967 heraus. Das war so etwa der Zeitpunkt an dem die heutige Generation 50+ alt genug war um Radio zu hören. Diejenigen, die diese Zeit bewusst erlebt haben, dürften heute ihre 70er längst überschritten haben. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an!“ sang einst Udo Jürgens und auch dieser Künstler passt ganz gut in die Altergruppe. Egal. Zumindest kennt man ihn. Was wollte ich eigentlich sagen? Ah ja! Jetzt habe ich es wieder! Es geht um die Altersgruppe der über 50 Jährigen. Wer sich gesund ernährt,  Sport in Maßen treibt und gut schläft,  kann in diesem Alter noch Höchstleistungen vollbringen. Besonders die intellektuelle Leistungsfähigkeit,  gepaart mit ‚Experience‘ verspricht beste Ergebnisse.

Da stört nur die unangenehme Tatsache, dass ein KFZ Werkstattmeister ohne aktuelle Ausbildung für eine spezielle Marke mit knapp 60 kaum eine Chance hat, eingestellt zu werden. Das gilt auch für IT Projektleiter, die keine Zertifikate oder fundierte Erfahrungen nachweisen können. Grau ist alle Theorie. Ich spreche wirklich sehr oft mit diesen erfahrenen und hochmotivierten Männern und Frauen. Oft sind es sogar Frauen mit einem Universitätsabschluss, die sich erfolglos auf Stellen als Sachbearbeiterin bewerben, weil sie irgendetwas tun wollen. Irgendetwas. Hauptsache Arbeit!

Ich weiß genau wovon ich rede. Ich habe zwei Jahre als Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit gearbeitet. Ü-50 stellt eine ganz besondere Herausforderung dar. Ü50 Kampagnen haben wenig oder nichts mit der Realität zu tun.

Ich selbst stecke mittendrin im Schlamassel. Als ich nach einer langjährigen Karriere als IT-Spezialist, Programmierer und zuletzt als IT Chef eines mittelständischen Unternehmens arbeitslos wurde – das Unternehmen wurde an einen amerikanischen Konzern verkauft und ich wurde Opfer der Sparmaßnahmen im Zusammenhang mit der Übernahme – war mir klar, dass ich nicht nahtlos einfach so weitermachen konnte. Ich machte mich selbständig und arbeitete als Unternehmensberater mit IT Hintergrund und bildete mich weiter. Als Coach in einem Unternehmerverbund wollte ich eine weitere Karriere starten, nachdem ich relativ problemlos die Wirren der Wende zu Beginn der 1990er Jahre überstanden hatte. Heute weiß ich, dass ich bereits damals einen grundlegenden Fehler gemacht hatte. Ich hatte auf das Prinzip Hoffnung gesetzt und an vorderster Front an meinem Zukunftsprojekt gearbeitet. Das war spannend und eine unglaublich intensive Erfahrung, aber letztendlich hätte ich mich 1990 arbeitslos melden und eine Karriere im öffentlichen Dienst beginnen sollen. Ein Psychologiestudium wäre aus heutiger Sicht eine echte Alternative gewesen. Aber damals war ich jung und brauchte das Geld. Also konzentrierte ich mich auf das, was mir möglich war und ich war ganz gut in dem was ich tat. Und genau das war mein Problem. Die Manager, die mich umgaben konnten mir nicht die nötige Unterstützung geben, die ich gebraucht hätte. Eine Lehre für meine heutigen Kunden: Wenn Du auf der Suche nach geeigneten Unterstützern bist, dann schau die ganz genau an, ob Du welche in Deiner näheren Umgebung finden kannst. Wenn kein geeigneter Mentor vorhanden ist, dann mach Dich auf den Weg und suche Dir Menschen, die Dich weiterbringen können. Heute kann ich das klarer sehen: Damals war weit und breit kein einziger Mentor in Sicht. Und ich war damals einfach zu blauäugig um das zu erkennen. Pech gehabt, könnte man meinen. Aber es ist nie zu spät. Wetten Dass? 😉

Ich studiere gerade nebenberuflich und mache meinen Master in Klinische Sozialarbeit an der ASH Berlin und der Hochschule Coburg. Was mir das bringt? Hey! Ich bin der lebende Beweis für “Lebenslanges Lernen”. Es gehört einfach zu meinem Leben, immer wieder Dinge zu tun, die mich wirklich interessieren. Und das Beste ist: Ich arbeite weiter als Coach und lerne jeden Tag neue Möglichkeiten kennen.

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Resilenz


Resilenz wird zu einem immer wichtigeren Thema für Coachs, Personalmanager, Berater und Psychologen. Resilenz bedeutet ganz allgemein – Widerstandsvermögen gegen äußeren Druck und Stress. Der Grad der Resilenz eines Organismus oder eines Systems beschreibt die Fähigkeit in Druck- und Stressituationen nicht zu zerbrechen.

Der Begriff Resilenz wird sowohl in der Physik, als auch in der Ökologie und Psychologie verwendet. In komplexen Ökosystemen beschreibt die Resilenzfähigkeit die Fähigkeit auf Umweltbelastungen zu reagieren ohne grundlegenden Schaden zu nehmen. In der Physik wird mit Resilenz die Fähigkeit von Stoffen bezeichnet, die sich unter Druck verformen und die ursprüngliche Form wieder zurückerhalten, wenn die einwirkenden Kräfte reduziert werden. Ein Flummi wird auf den Boden geschleudert und verformt sich beim Aufprall um wieder als Kugel zum Werfer zurückzukehren. Der Berliner Fernsehturm schwankt unter starkem Wind und kehrt bei Entlastung wieder zur Ausgangspunkt zurück. Der deutsche Wald wurde in den 1980er Jahren von Umweltschützern als todkrank diagnostiziert. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten eine erstaunliche Resilenz gegenüber starken negativen Umwelteinflüssen bewiesen. Das war so nicht zu erwarten. Sauerer Regen und Schadstoffe haben den Wald schwer geschädigt.

Für das Verständnis der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen ist es wichtig zu verstehen, welche Muster unsere Reaktionen auf Stresssituationen prägen und wie intensives Stresserleben auf verschiedene Personengruppen wirkt. Die Muster mit denen wir unsere Welt erfassen prägen unsere Reaktion auf konkrete Stesssituationen. Der amerikanische Psychologe Albert Ellis und der Psychiater Aaron Beck haben als Erste diese Streßbewältigungsmuster untersucht und ausgewertet. Albert Ellis gehörte zu den Wegbereitern der kognitiven Verhaltenstherapie.

Die zweite Forschungsrichtung konzentriert sich auf unterschiedliche Personengruppen, die konkret intensivem Stress ausgesetzt waren. Eine wichtige Gruppe von untersuchten Personen sind die Überlebenden des Holocaust. Auch hier konnte nachgewiesen werden, dass die Menschen völlig unterschiedlich mit der erlebten Situation umgegangen sind.

Die amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy Werner erforschte die Entwicklung aller im Jahr 1955 geborenen Kinder der Insel Kauai (Hawai). Es handelte sich um 698 Personen, die im Rahmen einer Langzeitstudie untersucht und beobachtet wurden. Die Forschungsarbeiten umfassten einen Zeitraum von 40 Jahren. Ein besonderer Schwerpunkt der Untersuchungen war die Untersuchung von 201 Kindern aus sozial schwachen Familien.
Werner wies nach, dass zwei Drittel dieser Kinder später zu keinem geregelten Leben in der Lage waren. Ein Drittel der untersuchten Personen schaffte es jedoch die negativen Einfluß der Herkunftsfamilien abzustreifen. Im Erwachsenenalter war ihnen die schwierige Kindheit nicht mehr anzumerken.

Die resilienten Kinder waren mehr flexibel, ausgeglichen und wenig ängstlich.

 Mit der Zeit befassten sich immer mehr Forscher wie zum Beispiel die amerikanischen Psychologen Karen Reivich und Andrew Shatté mit dem Thema Resilienz. Sie wollten wissen, wie Menschen ihre Widerstandsfähigkeit stärken können. Seit einigen Jahren untersuchen vor allem amerikanische Psychologen das Phänomen auch in der Welt des Managements. Sie entwickelten zahlreiche Resilienz-Programme, die Arbeitnehmern helfen sollen, im Arbeitsalltag besser zurechtzukommen.

Coaching kann ein wichtiger Baustein bei der Stärkung von Widerstandkraft und Resilenz im Management sein.

Coaching – It’s social!


Coaching ist auch Sozialarbeit. Es geht hier um Interaktion mit dem sozialen Umfeld von Menschen. War es früher üblich, nur in marktwirtschaftlichen Kategorien zu denken, so wird das in Zukunft nicht mehr funktionieren. In naher Zukunft werden Automaten, Roboter und Computernetze alles das tun, was wir bisher mit menschlicher Arbeit leisten mussten. Am Ende steht eine Frage: Wozu?  Wo steht der Mensch? Ist er nur ein Rädchen in einem großen Räderwerk? Das Bild von Charly Chaplin in MODERNE ZEITEN drängt sich geradezu auf. Eigentlich läuft doch alles sehr gut. Die Produktivität von Maschinen, Robotern und Automaten stieg in den letzten 25 Jahren unglaublich stark an. Menschen werden von Arbeit befreit. Ein uralter Traum wird Wirklichkeit. Und wir sind überhaupt nicht darauf vorbereitet.

Es gibt viele Ansätze, wie die Zukunft aussehen wird. Eines ist klar: Wenn wir nicht im sozialen Chaos enden wollen, müssen wir neue Regeln aufstellen und konsequent verfolgen. Der Staat und die Gesellschaft haben viel zu tun. Wir brauchen mehr als nur Gelderwerb um als Gesellschaft zu funktionieren. Adam Smith wird nicht abgeschafft. Natürlich bleibt es immer das persönliche Interesse von Individuen zuerst etwas für sich selbst zu tun. Aber wir müssen begreifen lernen, dass teilen tatsächlich verdoppeln bedeutet und dass Investition in  den Nächsten immer eine Bereicherung bedeutet. Ohne jetzt nahtlos in die Seelsorge abzugleiten, kann jeder deutlich erkennen, dass teilen verdoppeln bedeutet. Es ist ganz einfach und klar erkennbar, wenn wir uns ein einfaches Beispiel vor Augen führen. es ist die kleinste Zelle der Gesellschaft, die wir uns immer wieder vor Augen führen können. Eine liebevolle Beziehung von Mann und Frau kann nur funktionieren, wenn sie alles miteinander teilen und so alles vervielfältigen. Gemeinsam. Ein Hohelied auf die Liebe, wenn wir es so sehen wollen. Sie ist eine wunderschöne Frau, die ihn liebt. Sie schenkt sich ihm und er gibt ihr alles, was sie erwartet. Er sagt ihr, wie glücklich er ist und sie ist stolz auf ihn. Er ist stolz auf sie, weil sie sehr erfolgreich und selbstbewusst ihn ihrem Job ist. Und er ist glücklich, weil sie ihn liebt. Das macht ihn stolz und glücklich. Sie macht ihn zu einem stolzen und selbstbewussten Mann. Die Angst vor der Zukunft verfliegt, weil sie wissen, dass alles möglich ist, solange die Liebe da ist. Man gibt etwas von sich und erhält viel mehr zurück. Man gibt mehr von sich und erhält viel mehr als man jemals erwarten konnte. Man gibt alles und bekommt ein Universum an Liebe. Wenn man anfängt etwas zurückzuhalten, wenn man egoistisch wird, dann stimmt etwas nicht. Man beschränkt seine eigenen Möglichkeiten, wenn man das tun würde. Ein Mann der von einer wundervollen Frau geliebt wird wäre ein kompletter Narr, wenn er nicht alles geben würde. Aber Vorsicht! In dem Moment, wo die Frau den Mann nicht wirklich liebt, wird es gefährlich. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Klinische Sozialarbeit setzt da an, wo die klassische Psychotherapie ihre Grenzen erkennen muss. Klare und vergleichsweise einfach strukturierte Fälle werden von der Psychotherapie behandelt. Komplexe Fälle landen bei der Sozialarbeit. Ein bekanntes Spannungsfeld tut sich auf. Klassische Sozialarbeit wird traditionell stark unterschätzt. Möglicherweise kann Coaching helfen, die unterschiedlichen Ansätze aufzunehmen und zu verbinden.