Wie komme ich weiter?


Eine der grundlegenden Fragen, die wir uns regelmäßig stellen sollten, ist die Frage nach unseren Zielen und die Suche nach geeigneten Personen, die uns weiterbringen können. John Bowlby, der Vater der Bindungstheorie schrieb:

Selbstsicherheit ist die Fähigkeit, vertrauensvoll auf andere zu bauen, wenn es die Gelegenheit erfordert, und zu wissen, auf wen zu bauen angemessen und richtig ist. (John Bowlby)

Es wird sofort deutlich, worum es hier geht. Ohne eine stützende Bezugsperson sind wir verloren. Zumindest wird unser Entwicklungsprozess empfindlich gestört, wenn wir über keine geeigneten Mentoren verfügen. Am Beginn unseres Lebens ist es die Bindung zu Mutter und Vater. Sie geben uns die sichere Plattform von der aus wir ungestört die Welt und uns selbst erkunden können. Wer in seiner Kindheit keine sichere Bindung aufbauen konnte, hat ein schwerwiegendes Problem. In diesen Fällen ist er sehr wahrscheinlich, dass die Fähigkeit “vertrauensvoll auf andere zu bauen” und zu erkennen, auf wen wir bauen können, gestört ist. Das ist ein fundamentaler Punkt, der unbedingt thematisiert werden muss.

In meiner Praxis als Unternehmensberater bin ich sehr oft auf angehende Unternehmer oder angestellte Geschäftsführer gestoßen, die ihre Selbstsicherheit offensiv zur Schau tragen, innerlich aber genau an dieser Stelle große Probleme haben. Und genau hier setzt ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis von Coach und Coachee an. Ich verstehe mich in jeder Situation als Coach und teile das meinen Klienten auch mit. Es geht mir in erster Linie darum Ressourcen meiner Klienten zu entdecken. Wenn es um die Frage von wirklicher Selbstsicherheit geht, dann stellt sich die Frage nach einer sicheren Bindung in der Kindheit. Wenn es an diesem Punkt Unsicherheiten gibt, dann kann das zu einem schwerwiegenden Hindernis werden.

Eine Führungspersönlichkeit braucht einen sicheren Instinkt für Talente und einen Sinn für die Personen, denen man vertrauen kann.

Vor allem muss sie selbst über ein hohes Maß an Integrität und Vertrauen von Mitarbeitern und Geschäftspartnern verfügen.
Wenn es in der frühen Kindheit Probleme mit dem Bindungsverhalten gab, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Entwicklungsstörung sehr hoch. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass wir diese Last unser Leben lang mit uns herumtragen müssen. Vielen Menschen gelingt es, dieses Defizit im Lauf der Biografie auszugleichen. Wichtig ist nur, dass man erkennt, warum bestimmte Probleme aufgetaucht sind und ob wir sie inzwischen erfolgreich erledigt haben.
Eine überfürsorgliche Mutter ist eine fast so große Gefahr für ihre Kinder, wie eine gleichgültige Mutter, der ihre Kinder vollkommen egal sind.
Ich schreibe hier eigentlich über Coaching. Aber dieses Thema geht darüber hinaus.

An dieser Stelle verlassen wir den sicheren Coaching-Raum und begeben uns ganz langsam in Richtung Psychosoziale Diagnose.