Burnout & Depression – Was hat das mit Coaching zu tun?


Burnout & Depression

Burnout wird heute oft mit chronischen Depressionen verwechselt. Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Burnout ist nur ein populärer Sammelbegriff für Sympthome von Stress, Überforderung und Ermüdung. Ärzte und Therapeuten sind alarmiert. Die Experten streiten sich, ob man Burnout als Krankheit betrachten soll. Burnout ist ein Sammelbegriff, keine Krankheit. In der ICD-10 taucht Burnout als Begriff nicht auf.

Stattdessen nennt die ICD-10 unter dem Begriff „verwandte Gesundheitsprobleme“ im Kapitel XXI (Notation Z, „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen“) die Subkategorie ICD-10 Z73.0 „Ausgebranntsein: Burn-out, Zustand der totalen Erschöpfung“.

Es wird schnell deutlich, dass – wie bei vielen Krankheiten – Vorbeugung die beste Medizin ist. Das größte Problem im Umfeld von Burnout sind nicht fehlende Ärzte, Psychologen und Therapeuten, die Burnout heilen können. Das größte Problem ist die fehlende Zeit. Die meisten unter Stress, Ermüdung und Burnout leidenden Menschen sind nicht oder nicht nur psychisch krank. Das Problem ist anders gelagert. Burnout ist ein Modewort. Jeder redet darüber, weil man meint, dass man für seine Arbeit brennen muss um erfolgreich zu sein. Burnout ist in diesem Zusammenhang nur eine logische Konsequenz.

Burnout ist ein Thema für sich. Andauernde Belastung, Streß, Ermüdung, mangelnde Erholung sind nur einige Ursachen für Burnout. Sehr oft sitzen die Betroffenen auch einfach nur im falschen Zug. Sie haben irgendwann einmal eine berufliche Entscheidung getroffen, die ihnen nicht gut tut. Denken wir darüber nach, dann stellen wir sehr schnell fest, dass es auch Alternativen gegeben hätte. Vielleicht hätten wir nicht Steuerberater werden sollen, sondern Lehrer oder Polizist. Möglicherweise wäre es sehr viel besser gewesen, wenn wir nicht Philosophie studiert hätten, sondern Maschinenbau. Warum eigentlich ist unser Englisch so schlecht? Warum haben wir nicht längst andere Entscheidungen getroffen? All das kann zu Verspannungen und einem schlechten Gefühl führen. Burnout ist der Sammelbegriff.

Wir fühlen uns einfach nicht mehr wohl in unserer Welt und das kann wirklich krank machen. Aber soweit ist es noch lange nicht, wenn wir uns aktiv mit dem Thema beschäftigen.

Vielleicht haben wir einfach nur den Kontakt zu uns selbst verloren. Vielleicht waren wir nicht ehrlich, was unsere Bedürfnisse betrifft. Haben wir mehr für Andere als uns selbst gelebt?

Vielleicht drehen wir uns im Kreis und finden nicht mehr heraus aus einer Spirale, die sich immer schneller dreht. Um dort herauszukommen muss immer mehr Zeit und Energie aufgewendet werden.

Eigene Wünsche und Bedürfnisse werden hintenangestellt und verleugnet. Wir leiden darunter, dass wir unseren eigenen Ansprüchen und Erwartungen nicht mehr genügen können. Das idealisierte Selbstbild bekommt Risse und bricht plötzlich zusammen. Soweit muss es nicht kommen, wenn es gelingt rechtzeitig Kontakt zu sich selbst aufzunehmen. Das ist nicht leicht, weil man einen möglicherweise unangenehmen Prozess vor sich hat. Wir neigen dazu und Dinge schönzureden und so in einen emotionalen Komfortzustand zu kommen.

Wir entwickeln typische Denkmodelle und schaffen es später kaum mehr uns von diesen eingebrannten Denkmustern zu befreien.

Es gibt Menschen, die immer das haben und erreichen wollen, was sie niemals erreichen können. Diese Menschen werden niemals innere Ruhe finden. Sie sind immer unzufrieden mit sich und der Situation. Sie sind immer auf der Suche. Realistische Ziele und das Definieren von erreichbaren Meilensteinen sind hier angebracht.

Das andere Extrem erleben Menschen, die glauben nur das erreichen zu wollen, was sie haben. Sie wünschen sich kein schöneres Auto, weil es angeblich viele Gründe gibt es nicht zu benötigen. Die süßen Trauben hängen einfach zu hoch. Auch das kann langfristig zu Frustration und letztendlich Depression und Burnout führen. Es ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe Denkmuster zu identifizieren und darüber mit einem Unbeteiligten zu sprechen.

Genau hier setzt Coaching an. Der Coach, als psychologischer Berater, kann durchaus als prophylaktischer Gesprächspartner fungieren. Genau das ist eine wichtige Rolle. Coaching unterstützt den Wunsch nach Neuorientierung.
Coaching kann helfen, Streß, Burnout und Depressionen, vorzubeugen.

Coaching und Seelsorge


Stained glass at St John the Baptist's Anglica...

Stained glass at St John the Baptist’s Anglican Church http://www.stjohnsashfield.org.au, Ashfield, New South Wales. Illustrates Jesus‘ description of himself „I am the Good Shepherd“ (from the Gospel of John, chapter 10, verse 11). This version of the image shows the detail of his face. The memorial window is also captioned: „To the Glory of God and in Loving Memory of William Wright. Died 6th November, 1932. Aged 70 Yrs.“ (Photo credit: Wikipedia)

Preisfrage: Was haben Coaching und Seelsorge gemeinsam? – Beides sind Beratungsformate wie Mentoring, Mediation, Supervision und klassische psychologische Beratung. Seelsorge stützt sich hauptsächlich auf Aufmerksamkeit und Hinwendung zum gläubigen Menschen. In der Seelsorge spielt der Mensch die Hauptrolle. Christliche Seelsorger, sind sehr oft mit einem Missionsauftrag unterwegs. Das ist der Grundauftrag des Evangeliums. „Gehet hin in alle Völker und lehret sie….“ Eine fundierte Ausbildung wird nicht zwingend vorausgesetzt. Ein gutes Herz und Hinwendung zu den Menschen sind die Grundlagen von Seelsorge. Oft wird folgendes Argument benutzt: „Jesus und seine Jünger waren doch auch ohne jede Ausbildung!“ und „Wichtig ist, dass man ein offenes Ohr und ein gutes Herz besitzt!“ – „Ein starker Glaube ist wichtig!“ Das mag alles richtig sein. Demut hat jedoch nichts mit Unwissenheit zu tun. Jesus wurde immer wieder als Rabbi angesprochen. Das lässt darauf schließen, dass er nicht nur ein einfacher Zimmermann war, sondern ein Gelehrter und Lehrer. Immerhin hat er schon im zarten Alter von 12 Jahren die Gelehrten im Tempel mit scharfsinnigen Gedanken überrascht. Es ist also davon auszugehen, dass Jesus über eine exzellente Ausbildung verfügte. Er wird gewusst haben, welche Potentiale in den Männern die er aufforderte ihm zu folgen und ihn zu begleiten, steckten. Er bereitete sie darauf vor ihm auch dann zu folgen, auch wenn er nicht mehr bei ihnen wäre. Er machte sie zu Menschefischern, zu Führungskräften. Sie lernten so zu denken und zu handeln wie er und dazu gehörte es auch, die Seelsorger auszubilden und auf den Ernstfall, die Mission, vorzubereiten. Seelsorger brauchen eine fundierte Ausbildung. Eine Ausbildung als psychologischer Berater ist eine gute Grundlage. Denn genau das ist Seelsorge: ein psychologisches Beratungsformat. Mit einer guten Ausbildung kann vieles verhindert werden, was wir oft als „gut gemeint!“ benennen. Gut gemeint ist meistens einfach nur schlecht gemacht. Es gibt keine Entschuldigung für „gut gemeintes“ Versagen. Es geht um Menschen. Wer mit Menschen arbeitet muss wissen, was er tut. Fundierte Ausbildung von Seelsorgern ist wichtig, ganz besonders, wenn es sich um einflussreiche Organisationen handelt, in denen Laien Seelsorge betreiben. Ich selbst habe viele Jahre als Seelsorger gearbeitet und einen reichen Erfahrungsschatz sammeln dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das hat mir persönlich den Weg hin zum Coaching geöffnet. Nach meiner Coaching-Ausbildung erkenne ich viele Probleme, die ich früher nur aus dem Bauch heraus spüren konnte. Es sind zu viele engagierte aber unzureichend ausgebildete Laien unterwegs, wenn es um Seelsorge geht. Ein Freund von mir stand vor dem selben Dilemma. Er hatte ein höheres Amt in einer Freikirche und er hatte eine professionelle Managementausbildung. Das half ihm weiter. Dann bot er der Telefonseelsorge seine Mitarbeit an und absolvierte dort einen Grundkurs. Auch das führte ihn weiter auf seinem Weg zur professionellen Seelsorge. Coaching und Seelsorge haben noch etwas gemeinsam. Ein Coach ist sehr bemüht seinem Klienten niemals Ratschläge zu geben. Ein Seelsorger sollte es genau so halten.

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch. Ratschläge sind nicht hilfreich.

Es wäre schön, wenn diese Nachricht an der richtigen Stelle ankommen würde. Es ist so einfach, seine Leute gut auszubilden. Man muss nur erkennen, wie wichtig das ist. Und es hätte noch einen wichtigen Effekt: Es wird viel mehr freiwillige Mitarbeiter geben, die gerne von einer guten Ausbildung profitieren und ihre Erfahrungen in der Praxis anwenden wollen.

Coaching und Seelsorge sind nicht zuletzt deshalb so eng verwandt, weil sofort klar wird, dass ein guter Seelsorger kein Psychologe oder Therapeut sein muss. Bei einem Coach ist es ganz ähnlich.

Ein Coach ist kein Gutmensch