Loslassen


Loslassen

Ein Mann stürzt im Gebirge in eine Schlucht. Er kann sich an einem dürren Ast festhalten. Er hängt über einem über hundert Meter tiefen Abgrund. In seiner Not ruft er Gott: “Gott, hilf mir!” Der Mann ist ein gläubiger Christ, er ist trotzdem überrascht, als er eine mächtige Stimme hört: “Vertraust du mir?” “Ja!”, ruft der Mann “ich vertraue dir! –  Rette mich!” Die Stimme sagt: “Gut! Dann musst du jetzt mutig sein!” – “Was soll ich machen? Ich werde es tun!” – “Lass los!”

Wird der Mann loslassen? Er fühlt sich an dem dürren Ast immer noch sicherer, als im freien Fall. Wie groß ist sein Vertrauen? Wie groß ist sein Glauben?

Wir stecken oft in ähnlichen Situationen. Die, ach so sichere, Firma geht gerade den Bach herunter und Jeder ist des Nächsten Feind. Alle hängen am Abgrund und versuchen sich irgendwie festzuhalten. Ich habe oft mit Betroffenen gesprochen, die so etwas erlebt hatten. Natürlich weiß ich längst, dass es klüger ist, diese unangenehme Situation zu verlassen und die scheinbare Sicherheit aufzugeben.

Krampfhaftes Festhalten bedeutet nur Angst und Erstarrung. Loslassen bedeutet Freiheit und das Eröffnen von neuen Möglichkeiten.

Ich habe früher ganz gut verdient. Ich war ganz zufrieden damit und ich war stolz darauf, noch nie arbeitslos gewesen zu sein. Ich lebte gut und gab alles schnell wieder aus. Hauskredit, Auto, Urlaub, Versicherungen. Viel blieb da nicht übrig. Das loszulassen bereitete mir selbst starke Kopfschmerzen. Also hielt ich mich fest, solange es ging, obwohl ich es besser wissen müsste. Letztendlich wurde ich gezwungen, loszulassen. Es hat mir nicht geschadet. 

Heute weiß ich, dass loslassen bedeutet, dem Glück eine Chance zu geben. Zum richtigen Zeitpunkt loslassen zu können und vom toten Pferd abzusteigen, ist eine Weisheit und eine Kunst, die sehr schwer zu beherrschen ist. Wir alle haben unsere Ängste. Wenn wir die benennen und bekämpfen können, dann werden wir sie auch überwinden.  

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Life Coach…..

Burnout & Depression – Was hat das mit Coaching zu tun?


Burnout & Depression

Burnout wird heute oft mit chronischen Depressionen verwechselt. Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Burnout ist nur ein populärer Sammelbegriff für Sympthome von Stress, Überforderung und Ermüdung. Ärzte und Therapeuten sind alarmiert. Die Experten streiten sich, ob man Burnout als Krankheit betrachten soll. Burnout ist ein Sammelbegriff, keine Krankheit. In der ICD-10 taucht Burnout als Begriff nicht auf.

Stattdessen nennt die ICD-10 unter dem Begriff „verwandte Gesundheitsprobleme“ im Kapitel XXI (Notation Z, „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen“) die Subkategorie ICD-10 Z73.0 „Ausgebranntsein: Burn-out, Zustand der totalen Erschöpfung“.

Es wird schnell deutlich, dass – wie bei vielen Krankheiten – Vorbeugung die beste Medizin ist. Das größte Problem im Umfeld von Burnout sind nicht fehlende Ärzte, Psychologen und Therapeuten, die Burnout heilen können. Das größte Problem ist die fehlende Zeit. Die meisten unter Stress, Ermüdung und Burnout leidenden Menschen sind nicht oder nicht nur psychisch krank. Das Problem ist anders gelagert. Burnout ist ein Modewort. Jeder redet darüber, weil man meint, dass man für seine Arbeit brennen muss um erfolgreich zu sein. Burnout ist in diesem Zusammenhang nur eine logische Konsequenz.

Burnout ist ein Thema für sich. Andauernde Belastung, Streß, Ermüdung, mangelnde Erholung sind nur einige Ursachen für Burnout. Sehr oft sitzen die Betroffenen auch einfach nur im falschen Zug. Sie haben irgendwann einmal eine berufliche Entscheidung getroffen, die ihnen nicht gut tut. Denken wir darüber nach, dann stellen wir sehr schnell fest, dass es auch Alternativen gegeben hätte. Vielleicht hätten wir nicht Steuerberater werden sollen, sondern Lehrer oder Polizist. Möglicherweise wäre es sehr viel besser gewesen, wenn wir nicht Philosophie studiert hätten, sondern Maschinenbau. Warum eigentlich ist unser Englisch so schlecht? Warum haben wir nicht längst andere Entscheidungen getroffen? All das kann zu Verspannungen und einem schlechten Gefühl führen. Burnout ist der Sammelbegriff.

Wir fühlen uns einfach nicht mehr wohl in unserer Welt und das kann wirklich krank machen. Aber soweit ist es noch lange nicht, wenn wir uns aktiv mit dem Thema beschäftigen.

Vielleicht haben wir einfach nur den Kontakt zu uns selbst verloren. Vielleicht waren wir nicht ehrlich, was unsere Bedürfnisse betrifft. Haben wir mehr für Andere als uns selbst gelebt?

Vielleicht drehen wir uns im Kreis und finden nicht mehr heraus aus einer Spirale, die sich immer schneller dreht. Um dort herauszukommen muss immer mehr Zeit und Energie aufgewendet werden.

Eigene Wünsche und Bedürfnisse werden hintenangestellt und verleugnet. Wir leiden darunter, dass wir unseren eigenen Ansprüchen und Erwartungen nicht mehr genügen können. Das idealisierte Selbstbild bekommt Risse und bricht plötzlich zusammen. Soweit muss es nicht kommen, wenn es gelingt rechtzeitig Kontakt zu sich selbst aufzunehmen. Das ist nicht leicht, weil man einen möglicherweise unangenehmen Prozess vor sich hat. Wir neigen dazu und Dinge schönzureden und so in einen emotionalen Komfortzustand zu kommen.

Wir entwickeln typische Denkmodelle und schaffen es später kaum mehr uns von diesen eingebrannten Denkmustern zu befreien.

Es gibt Menschen, die immer das haben und erreichen wollen, was sie niemals erreichen können. Diese Menschen werden niemals innere Ruhe finden. Sie sind immer unzufrieden mit sich und der Situation. Sie sind immer auf der Suche. Realistische Ziele und das Definieren von erreichbaren Meilensteinen sind hier angebracht.

Das andere Extrem erleben Menschen, die glauben nur das erreichen zu wollen, was sie haben. Sie wünschen sich kein schöneres Auto, weil es angeblich viele Gründe gibt es nicht zu benötigen. Die süßen Trauben hängen einfach zu hoch. Auch das kann langfristig zu Frustration und letztendlich Depression und Burnout führen. Es ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe Denkmuster zu identifizieren und darüber mit einem Unbeteiligten zu sprechen.

Genau hier setzt Coaching an. Der Coach, als psychologischer Berater, kann durchaus als prophylaktischer Gesprächspartner fungieren. Genau das ist eine wichtige Rolle. Coaching unterstützt den Wunsch nach Neuorientierung.
Coaching kann helfen, Streß, Burnout und Depressionen, vorzubeugen.